Zum Vorgehen
Sie schauen sich Ihre Ergebnisse aus zwei Blickwinkeln an: Bedürfnisse und Hindernisse. Sie sortieren, fassen zusammen und verbinden beides. Am Ende haben Sie Erkenntnisse, mit denen Sie weiterarbeiten können.
Leitfragen vorbereiten
Diese beiden Leitfragen helfen Ihnen, Ihre Ergebnisse auszuwerten:
- Bedürfnisse: Was möchten die Personen?
- Hindernisse: Was hält die Personen davon ab?
Nehmen Sie ein Blatt Papier. Schreiben Sie jede Leitfrage auf eine Hälfte. Das geht auch digital mit einer Whiteboard-Anwendung.
Gemeinsam ableiten
Holen Sie alle dazu, die Interviews geführt oder beobachtet haben. Leiten Sie die Erkenntnisse gemeinsam ab. Jede Person nimmt die Ergebnisse anders wahr und hat eine eigene Sicht. Sammeln Sie diese Sichtweisen.
Ergebnisse strukturieren
Sie haben Ihre Leitfragen vorbereitet. Auch die Ergebnisse aus den einzelnen Interviews haben Sie bereitgelegt. Verknüpfen Sie beides.
Ergebnisse den Leitfragen zuordnen
Schauen Sie sich jedes Ergebnis aus Ihren Interviews einzeln an. Fragen Sie sich: Ist es ein Bedürfnis oder ein Hindernis? Ordnen Sie jedes Ergebnis einer Leitfrage zu.
Bedürfnisse zusammenfassen
Schauen Sie sich alle Ergebnisse zur Frage „Was möchten die Personen" an.
- Suchen Sie nach Ähnlichkeiten.
- Bilden Sie Gruppen aus ähnlichen Ergebnissen.
- Fragen Sie sich: Was haben alle Ergebnisse in dieser Gruppe gemeinsam?
Formulieren Sie die Gemeinsamkeit mit eigenen Worten. Jede Gemeinsamkeit ist ein Bedürfnis.
Hindernisse zusammenfassen
Schauen Sie sich alles bei der Frage „Was hält die Personen davon ab?" an.
- Suchen Sie nach Ähnlichkeiten.
- Bilden Sie Gruppen aus ähnlichen Ergebnissen.
- Fragen Sie sich: Was haben alle Ergebnisse in dieser Gruppe gemeinsam?
Formulieren Sie auch hier die Gemeinsamkeit mit eigenen Worten. Jede Gemeinsamkeit ist ein Hindernis.
Bedürfnisse und Hindernisse verbinden
Sie haben Bedürfnisse und Hindernisse formuliert. Prüfen Sie jetzt: Passen einzelne Bedürfnisse und Hindernisse zusammen? Bilden Sie Paare aus Bedürfnissen und Hindernissen, die miteinander in Verbindung stehen. Es gibt mehrere mögliche Kombinationen. Sammeln Sie alle, die Ihnen auffallen.
Manche Bedürfnisse oder Hindernisse lassen sich nicht paaren. Das können Fragen für weitere Untersuchungen sein.
Erkenntnisse dokumentieren
Halten Sie alle Kombinationen aus Bedürfnis und Hindernis fest. Es sind Ihre Erkenntnisse.
Mit den Erkenntnissen weiterarbeiten
Ihre Erkenntnisse sind keine fertigen Lösungen. Sie zeigen Ihnen: Was wollen diese Personen? Was hindert sie daran? Aus diesen Erkenntnissen erarbeiten Sie Lösungen und Möglichkeiten. Diese Fragen helfen Ihnen dabei:
- Welche Hindernisse können Sie mit Ihren Mitteln (am einfachsten) beseitigen?
- Wovon profitieren die Nutzenden am meisten?
- Was können Sie wirklich umsetzen?
Besprechen Sie Ihre Erkenntnisse im Team oder mit anderen Beteiligten. Andere Personen sehen oft Dinge, die Ihnen selbst nicht auffallen. Entscheiden Sie gemeinsam, was am wichtigsten ist.
Diese Anleitung entstand in Zusammenarbeit mit Experten und Expertinnen aus der Praxis.
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Hilfreiche Fachgebiete
Die genannten Fachgebiete und ihre Beschreibungen dienen als Orientierung. Sie zeigen auf, mit welchem Wissen und mit welchen Fähigkeiten die Punkte am besten umgesetzt werden können.
User-Research
User-Researcher und -Researcherinnen planen und führen Interviews mit Nutzenden, erstellen Umfragen und machen Beobachtungen zu ihrem Verhalten. Sie analysieren die Ergebnisse, um Erfahrungen, Herausforderungen und Ziele sichtbar zu machen. Nutzerforscher und -forscherinnen unterteilen Nutzergruppen, um deren Zusammensetzung zu verstehen. Sie werten qualitative und quantitative Daten aus, um Muster zu erkennen. Nutzerforscher und -forscherinnen binden Menschen aktiv in den Entwicklungsprozess ein und beziehen deren Perspektiven systematisch ein.
Zu allen hilfreichen FachgebietenWichtig in diesen Entwicklungsphasen
Jedes digitale Angebot durchläuft verschiedene Phasen. Die 4 Phasen zur Entwicklung nach Servicestandard helfen Teams, strukturiert vorzugehen, die richtigen Schwerpunkte zu setzen und Entscheidungen zum passenden Zeitpunkt zu treffen.
Verstehen
In der Phase „Verstehen" entsteht ein gemeinsames Verständnis für das Problem, das gelöst werden soll. Anforderungen und Ziele für das digitale Angebot und den Prozess werden festgelegt. Die Grundlage bilden Erkenntnisse über die Personen, die den Service nutzen. Es entsteht Klarheit über bestehende Abläufe und Rahmenbedingungen. Veränderungen werden skizziert. Mit dieser Basis kann die Entwicklung in die passende Richtung gelenkt werden.
Weiterentwickeln
In der Phase „Weiterentwickeln" wird das digitale Angebot an veränderte Bedingungen angepasst. Neue Bedürfnisse, technische Entwicklungen und rechtliche Änderungen führen zu erweiterten Anforderungen. Lösungen entstehen aus der Verbindung bewährter Bausteine mit neuen Elementen. Offene Standards und Open Source sichern die Nachvollziehbarkeit. Die Weiterentwicklung hält den Service aktuell, wirksam und nutzerfreundlich.
Alle 4 Entwicklungsphasen